Deutsches Unternehmen investiert mit neuer Covid-Testlösung in brasilianisches Startup

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Das deutsche Pharmaunternehmen Jena Bioscience finanzierte und leistete technische Unterstützung an die Startup Cellco, die einen zugänglicheren und schnelleren Test zum Ermitteln von Covid-19 entwickelte.

Laut medizinischen Experten machen Testverfahren zur Diagnose von Covid-19 die Untersuchungen derzeit teuer und zeitaufwändig und schränken somit seine Anwendung ein. Das liegt daran, dass RT-qPCR-Tests (Reverse Transcription, gefolgt von Quantitative Polymerase Chain Reaction) heute meist in einem Modell namens Singleplex durchgeführt werden, bei dem das genetische Material des SARS-CoV-2 Virus aus Sekretproben des hinteren Rachenraums oder der Nase des Patienten entnommen werden und zu vier Röhrchen mit unterschiedlichen Erkennungsmarkern verarbeitet wird.

Ein vom Programm FAPESP unterstütztes Projekt Innovative Forschung in kleinen Unternehmen (PIPE) verspricht diese Schritte zu beschleunigen. Es handelt sich um ein COVID-19-Diagnosekit mit RT-qPCR im Multiplex-Verfahren, bei dem alle Reaktionen in einem einzigen Röhrchen ablaufen, ein Produkt, das vom Startup Cellco Biotec mit Sitz in São Carlos (SP) entwickelt wurde. Die Qualitätskontrollprozesse wurden mit Unterstützung des deutschen Unternehmens Jena Bioscience entwickelt, dass zu den Geldgebern von Cellco gehört.

“Wie bei allen Cellco Produkten haben wir die gesamte Qualitätskontrolle basierend auf den Anforderungen von Jena beim Einkauf von Enzymen anderer Unternehmen entwickelt. Alle unsere Prozesse durchlaufen die Qualitätskontrolle von Jena, die sehr streng ist und uns Sicherheit gibt”, sagt die für das Projekt verantwortliche Forscherin Amanda Bernardes Muniz.

Nach Angaben der Gründungspartnerin des Startups, Maria Amélia Dotta, begann Cellco seit 2018 mit dem Export seines Enzyms nach Deutschland und wurde Hauptlieferant des Partners Jena Bioscience. Das 1998 gegründete deutsche Unternehmen produziert und vertreibt Reagenzien für Forschungslabore und die pharmazeutische Industrie in mehreren Ländern.

“Sie investierten von Anfang an in unser Unternehmen und planten möglicherweise bereits, dass wir Zulieferer werden. Sie sahen in Brasilien einen vielversprechenden Markt für Life Sciences, insbesondere für Reagenzien”, sagt die Biologin, die vor der Gründung von Cellco in der Pharmaindustrie tätig war.

Laut Cellco Forschern macht es die Methode des Startups möglich, RT-PcR-Tests nicht nur an einer viel größeren Patientengruppe auf einmal durchzuführen, sondern auch kostengünstiger zu machen, da die Menge der verwendeten Reagenzien geringer ist.

Das Unternehmen war so erfolgreich, dass es neben dem Angebot von Enzymen auf dem brasilianischen Markt mit vergleichbarer Qualität zu importierten Produkten und zu einem attraktiveren Preis, auch die Unterzeichnung seines ersten Exportvertrag mit Europa ermöglichte.

Quelle: FAPESP