Allgemeiner Überblick

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In Brasilien sind verschiedene Institutionen in der Forschung und in der Innovationsentwicklung engagiert. Die wichtigsten staatlichen Einrichtungen sind dabei öffentliche Universitäten, Technologie-Institute, Forschungsförderungseinrichtungen und seit kurzem auch die Brasilianische Gesellschaft für Forschung und Industrielle Innovation (Embrapii). 

Zum brasilianischen Innovationsszenario gehören außerdem Gründerzentren, Technologieparks, private Investoren und Einrichtungen wie das Nationale Ausbildungszentrum für die Industrie (Senai) und der Brasilianische Förderservice für Kleinst- und Kleinunternehmen (Sebrae).

Brasilianische Forschung

Die brasilianische Forschung konzentriert sich auf Universitäten und andere Institutionen auf Staats- oder Landesebene. Aktuell existieren in Brasilien 296 öffentliche Hochschuleinrichtungen (zusätzlich dazu gibt es 2.152 private Institutionen), darunter 106 Universitäten (und  93 weitere private Universitäten), 8 Universitätszentren (und 181 private Zentren ), 142 öffentliche Hochschulen (1.878 private Hochschulen) und 40 staatliche Bildungsinstitute für Wissenschaft und Technologie. Diese Institutionen verfügen über mindestens 667 unterstützende Einrichtungen wie Bibliotheken, Unterrichtsräume, Computerräume, Fernunterrichtsangebote und Unterrichtslabore. Die Zahlen stammen aus dem Zensus über Hochschulbildung 2017 des brasilianischen Bildungsministeriums (MEC) sowie aus einer Veröffentlichung des Nationalen Anísio-Teixeira-Instituts für Bildungsstudien und -forschung (Inep) vom 3. Oktober 2018.

In Brasilien wurden verschiedene Gesetze zur Förderung von Entwicklung und Innovation verabschiedet. Dabei dient das Gesetz zur technologischen Innovation (2004) als Anreiz für die Schaffung spezialisierter und kooperativer Innovationskreise, für die Beteiligung von wissenschaftlichen und technologischen Institutionen in diesem Sektor, für Innovationen in Unternehmen und für unabhängige Erfinder  sowie die Schaffung von Investitionsfonds für Innovationen.

Im Mai 2016 startete das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTIC) das Programm Nationale Strategie für Wissenschaft, Technologie und Innovation (ENCTI) 2016-2019. Das Programm wurde 2017 überarbeitet und für einen größeren Zeitraum ausgelegt (2016-2022). Dieses Strategieprogramm präsentiert Vorgaben, die Brasilien einen Sprung in der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten und Prozessen im Nationalen System für Wissenschaft, Technologie und Innovation (SNCTI) auf solide und artikulierte Weise verbessern sollen. Die Strategien stehen außerdem im Einklang mit den 17 Zielsetzungen für Nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UNO).

Grundpfeiler des Programms sind die Förderung von wissenschaftlicher Grundlagenforschung und Technologie sowie die Modernisierung und Ausweitung der Infrastruktur für Wissenschaft, Technologie und Innovation (WT&I). Außerdem sollen umfassendere Finanzierungsmöglichkeiten für die Entwicklung von WT&I, die Ausbildung, Stimulierung und Konsolidierung auf personeller Ebene sowie die Förderung der technologischen Innovation in Unternehmen gegeben werden. Für all diese Grundpfeiler sollen prioritäre Aktionen festgelegt werden, die zur Stärkung des SNCTI beitragen, welcher als strukturelle Achse des Programms gilt.

Ziel ist, Brasilien im Hinblick auf WT&I in die Gruppe der Länder mit den größten Entwicklungsfortschritten zu verhelfen, die institutionellen Bedingungen für eine steigende Produktivität auf Innovationsbasis zu optimieren, regionale Unterschiede im Hinblick auf die Produktion und den Zugang zu WT&I zu reduzieren, innovative Lösungen für die produktive und soziale Inklusion zu entwickeln sowie die Grundlagen für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung zu stärken.

Um diese Ziele zu erreichen, konzentriert sich ENCTI 2016-2022 auf zwölf strategische Bereiche: Luft- und Raumfahrt und Verteidigung; Wasser; Lebensmittel; Ökozonen und Bioökonomie; soziale Wissenschaften und Technologien; Klima; digitale Wirtschaft und Gesellschaft; Energie; strategische Mineralien; Kernenergie; Gesundheit; konvergierende und befähigende Technologien. Die Idee ist, Investitionen für diese Gebiete auf kohärente und konsistente Weise zu steuern, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.