Allgemeiner Überblick

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In Brasilien sind verschiedene Institutionen in der Forschung und in der Innovationsentwicklung engagiert. Die wichtigsten staatlichen Einrichtungen sind dabei öffentliche Universitäten, Technologie-Institute, Forschungsförderungseinrichtungen und seit kurzem auch die Brasilianische Gesellschaft für Forschung und Industrielle Innovation (Embrapii). 

Das brasilianische Innovationsszenario umfasst zudem Inkubatoren, Technologieparks, private Investoren, Unternehmen und Systeme wie den Nationalen Dienst für industrielles Lernen (SENAI) und den Brasilianischen Dienst zur Unterstützung von Kleinst- und Kleinunternehmen (SEBRAE).

Brasilianische Forschung

Die in Brasilien betriebene Forschung konzentriert sich auf Universitäten und andere nationale oder bundesstaatliche Einrichtungen. Derzeit gibt es im Land 302 öffentliche und 2.306 private Hochschuleinrichtungen, darunter 198 Universitäten, 294 Universitätszentren, 2.076 Hochschulen sowie 40 nationale Bildungs-, Wissenschafts- und Technologieinstitute und nationale technologische Bildungszentren. Die Daten stammen aus dem Hochschulzensus 2019, der gemeinsam vom Bildungsministerium (MEC) und dem Nationalen Anísio-Teixeira-Instituts für Bildungsstudien und -forschung (Inep) im Oktober 2020 veröffentlicht wurde. Hinzu kommen laut der Volkszählung von 2017 mindestens 667 aktive Unterstützungszentren wie Bibliotheken, Lehrräume, Informatikeinrichtungen, Fernunterrichtsanbieter und didaktische Labore.

Im Juli 2021 veröffentlichte das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) die Nationale Innovationsstrategie für den Zeitraum 2021 bis 2024 mit thematischen Plänen für die Jahre 2021 und 2022. Ein ähnlicher Plan – die Nationale Strategie für Wissenschaft, Technologie und Innovation – wurde bereits 2017 erstellt, welcher jetzt durch das neue Papier ersetztwurde.

Die Innovationsaktivitäten werden in sechs Bereiche eingeteilt, wobei die Zuständigkeiten unter den Ministerien für Bildung (MEC), Wirtschaft (ME) und für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) aufgeteilt wurden:

  1. Ausbau der beruflichen Qualifizierung durch technologische Personalschulung (MEC).
  2. Innovationsförderung gezielt ausrichten und sicherstellen – (MCTI).
  3. Ausbau technologischer Wissensgrundlagen im Innovationsbereich – (MCTI).
  4. Impulse für die Entwicklung von Märkten für innovative Produkte und Dienstleistungen – (ME).
  5. Verbreitung der unternehmerischen Innovationskultur – (MCTI).
  6. Patentschutz – (ME).

Die Strategie, bestehend aus Vorgaben, Zielsetzungen und Initiativen, organisiert die Prioritäten der Regierung und bildet die Grundlage für die Ausarbeitung von Aktionsplänen. Wie das MCTI hervorhebt, zielen diese neuen Leitlinien darauf ab, den Zusammenhalt, die Synergie und die Wirksamkeit der Innovationspolitik zu erhöhen, die früher in den verschiedenen Ministerien isoliert behandelt wurden.

Die Entschließung fordert, dass die Maßnahmen, die den Plänen zugrunde liegen, den Anforderungen des Ökosystems gerecht werden, wie z. B. die Förderung privater Investitionen in Innovation, Unterstützung von Startups und offene Innovationsinitiativen sowie Programme zur Unterstützung von Strukturierungstechnologien in Bereichen wie Landwirtschaft, erneuerbare Energien, Raumfahrt etc.

Das MCTI-Papier sieht auch eine Überarbeitung der Hochschullehrpläne vor, um einen praxisorientierten, unternehmerischen und interdisziplinäreren Ansatz für die Entwicklung von Unternehmertum und Innovation zu stärken.

Der Strategieplan kann alle zwei Jahre überarbeitet werden und legt die wesentlichen Ziele und Handlungsfelder zwischen 2021 und 2024 fest. Zu den wichtigsten gehören:

  • Erhöhung der öffentlichen und privaten Investitionen in KT&I;
  • Steigerung der Innovationsrate in brasilianischen Unternehmen;
  • Erhöhung der Anzahl von Unternehmen, die die Vorteile des Gesetzes „Lei do Bem” (steuerliche Anreize für Investitionen in Innovation) nutzen.

Hinzu kommen Zielsetzungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Innovationsbereich, ein größeres Angebot an technischer Ausbildung und Studiengängen, Anreize für innovative Kulturen und Konsolidierung der FE&I-Daten.