Unternehmen und Industrieforschung

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Laut einer Studie der 13. Ausgabe von Global Innovation 1000, die von Strategy&, einer Strategieberatungsfirma von PwC durchgeführt und im November 2017 veröffentlicht wurde, stellt Brasilien wieder vier unter den 1000 Unternehmen, die am meisten in Forschung und Entwicklung investieren.

Die Liste zeigt 1000 börsennotierte Unternehmen die weltweit in den letzten zwölf Monaten bis zum Juni 2017 am meisten in Forschung und Innovation investiert haben. Die vier in diesem Ranking vertretenen brasilianischen Unternehmen investierten 2017 1,21 Mrd. US$ in Forschung und Entwicklung, gegenüber 1,29 Mrd. US$ im Jahr zuvor. Mehr zur Studie der 13. Ausgabe von Global Innovation 1000 hier.

Laut der im Juni 2017 veröffentlichten dritten Ausgabe des Jahrbuchs Brasil Inovação, das gemeinsam von der Zeitung Valor Econômico und dem Beratungsunternehmen PwC Strategy& herausgegeben wird, ist Embraer das innovativste brasilianische Unternehmen.

Unter den deutschen Unternehmen, die in Forschung in Brasilien investieren, heben sich Siemens, Bosch und Bayer hervor. Siemens ist seit mehr als 100 Jahren in Brasilien tätig und unterhält sieben Zentren für Forschung, Entwicklung und nicht standardmäßiges Ingenieurwesen. Das Unternehmen ist an engeren Beziehungen mit brasilianischen Bildungs- und Forschungsinstitutionen interessiert. Im Universitätsgelände der UFRJ im Technologiepark auf der Ilha do Fundão hat Siemens beispielsweise ein 4.000 m2 große F&E-Zentrum für Erdöl, Gas und Energieübertragung installiert. In Curitiba (PR) betreibt der Konzern ein F&E-Zentrum für Smart-Grid-Lösungen im Technologiepark der Päpstlich-Katholischen Universität Paraná (Tecnoparque da Pontifícia Universidade Católica do Paraná – PUC-PR). Die Studien in weiteren F&E-Zentren von Siemens konzentrieren sich auf die Bereiche Smart Grid, Transformatoren, Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, Zucker und Methanol sowie Erdöl und Erdgas.

Bosch unterhält zwei Forschungszentren in Campinas und in Curitiba, in denen insgesamt 400 Ingenieure im Forschungs- und Entwicklungsbereich arbeiten, von denen sich 367 mit Lösungen für Mobilität mit Biokraftstoff und Energieeffizienz beschäftigen. Bayer investiert etwa 11% seines jährlichen weltweiten Umsatzes in F&E, um Lösungen für den Bedarf von Agrarproduzenten zu entdecken und zu entwickeln. Zurzeit betreibt das Unternehmen eine experimentelle Station in Paulínia (SP), in der 96 Mitarbeiter Studien und Tests mit Pharmawirkstoffen (Molekülen) zur Schädlingsbekämpfung durchführen, die von der Zentrale geliefert werden. In den Laboratorien konzentriert sich die Arbeit auf landwirtschaftliche Entwicklung, Pflanzenschutz, Produktsicherheit, Saatgut (Bayer SeedGrowthTM Center), Umweltschutz, Überwachung der Resistenz von Fungiziden, Herbiziden und Insektiziden sowie Anwendungstechnologie. 2017 hat die Division Crop Science, die 5.174 F&E-Fachkräfte beschäftigt, weltweit 1,166 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Für das Jahr 2018 waren 4,1 Mrd. Euro geplant.

IBM ist ein weiterer Konzern, der sich an verschiedenen Fronten des menschlichen Wissens engagiert, was besonders deutlich durch die hohen Investitionen in seine F&E-Zentren belegt wird. Weltweit beschäftigt IBM mehr als 3.000 Mitarbeiter in 12 solcher Zentren, von denen sich zwei seit 2011 in Brasilien (Rio und São Paulo) befinden. 2017 begannen im Zentrum Rio die NanoLab-Aktivitäten, wobei sich die Initiativen und Partnerschaften auf die Bereiche Gesundheit, Agrarwirtschaft und Erdöl/Erdgas konzentrieren.

Ein im Dezember 2016 veröffentlichter Bericht des Instituts für angewandte Wirtschaft (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada – Ipea), der sich auf Daten über Innovations- und Technologieforschung (Pesquisa de Inovação e Tecnologia – Pintec) des IBGE aus dem Jahr 2014 stützt, zeigt, dass die Bemühungen brasilianischer Unternehmen auf diesem Gebiet deutlich zurückgingen. So fielen die Ausgaben in F&E gegenüber dem Jahr 2011 um 0,67%, und in Innovation wurde 2,12% weniger investiert.

Trotz des Rückgangs der Investitionen zeigte die jährlich veröffentlichte Liste der 50 innovativsten Unternehmen, dass Brasilien einigen weltweiten Innovationstendenzen folgt, darunter die Nutzung von großen Datenmengen zur Identifizierung von externen Innovationsgelegenheiten. Während der weltweite Durchschnitt bei der Nutzung von Big Data bei 55% liegt, nutzen 63% der brasilianischen Unternehmen diese digitale Technologie. Während allerdings nur 47% der Unternehmen in Brasilien diese Daten zur Lieferung von Betriebsmitteln nutzen, liegt der weltweite Durchschnitt bei 57%.

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