„Innovation“ steht im Mittelpunkt der Veranstaltungen des DWIH São Paulo im Jahr 2026
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Die Vernetzung von deutschen und brasilianischen Innovationsökosysteme steht in den kommenden Monaten im Mittelpunkt der Aktivitäten des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) São Paulo. Unter dem Jahresthema „Science for Society“ richtet sich der Fokus auf forschungsbasierte Innovationen und Transferprozesse sowie die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Hand und Gesellschaft. Diese Arbeit steht im Kontext eines erweiterten Konzepts der Innovationsdiplomatie und spiegelt sich in verschiedenen Veranstaltungen wider, die das DWIH und seine Partnerorganisationen im Laufe des Jahres 2026 durchführen.
Daneben bildet auch die Wissenschaftskommunikation ein zentrales Thema der Programmarbeit des DWIH São Paulo im Jahr 2026 – ebenfalls unter dem Dach von „Science for Society“. Den Auftakt der innovationsbezogenen Veranstaltungen bildete das Panel „From Science to Startup: Ecosystem Perspectives from Brazil and Germany“, das am 13. Mai im Rahmen der ersten São Paulo Innovation Week (SPIW) stattfand. Moderiert von der Programmleiterin des DWIH São Paulo, Anja Grecko Lorenz, brachte die Diskussion Vertretende deutscher Universitäten aus den sogenannten „Startup Factories“ – regionale Startup-Ökosysteme um wissenschaftsbasierte Ausgründungen zu erhöhen – mit zentralen Innovationsakteuren in São Paulo zusammen, darunter Inova Unicamp, der Innovationsdistrikt São Paulo (Distrito de Inovação de São Paulo) und die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK São Paulo).
Die Debatte verdeutlichte sowohl Konvergenzen als auch produktive Asymmetrien zwischen beiden Ländern. Auf deutscher Seite wurde das Modell der Startup Factories als Antwort auf die institutionelle Fragmentierung präsentiert, bei der Universitäten, Fraunhofer– und Helmholtz-Institute sowie Unternehmen teilweise noch in Silos agieren, die aufgebrochen werden müssen. Auf brasilianischer Seite liegt die Herausforderung auf einer anderen Ebene: der Schaffung einer institutionellen Architektur, die Raum für Berufsprofile bietet, die im Ökosystem noch keinen festen Platz haben – wie Berater für geistiges Eigentum, Mentoren für Venture Builder und Forschende in Schnittstellenpositionen zwischen Wissenschaft und Markt. Die Komplementarität beider Länder schafft nach Einschätzung der Teilnehmenden unmittelbare Chancen in Bereichen wie Energiewende, Dekarbonisierung und Biodiversität.
Innovation und Transfer
Unter den geplanten Veranstaltungen bildet der strukturierte deutsch-brasilianische Austausch zu Innovationsökosystemen den Kern der Initiative „Innovation Systems in Brazil and Germany – Structures, Actors, and Cooperation Potential“, die von der Universität Münster, der Technischen Universität München (TUM), der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität Berlin und dem Konsortium UAS7 getragen wird. Das Projekt analysiert über mehrere Monate hinweg vergleichend die Innovationssysteme beider Länder mittels vorbereitender Workshops, Expertengesprächen und institutioneller Besuche. Es mündet Ende November in einer Veranstaltung in der Fundação Getulio Vargas (FGV) und der Veröffentlichung eines gemeinsamen White Papers mit den Ergebnissen.
Im September veranstalten das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT), das Centro Universitário FACENS und das Unternehmen Splice in Sorocaba (SP) ein hybrides Policy Lab über den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Datenverarbeitung zur Unterstützung kommunaler Entscheidungen. Die Veranstaltung mit dem Titel „Well-being and resilience: AI-supported noise and precipitation data as a basis for decision-making by local authorities and control centers“ bringt Wissenschaft, öffentliche Verwaltung, Zivilschutz, Unternehmen und Zivilgesellschaft zusammen, um die gesamte Kette von den Rohdaten bis zur praktischen Empfehlung zu diskutieren. Geplant ist die Veröffentlichung eines zweisprachigen Policy Briefs sowie eines Leitfadens zur Implementierung, der auf andere urbane Kontexte in Brasilien und Deutschland übertragbar ist.
Im darauffolgenden Monat sind Porto Alegre und São Leopoldo Austragungsorte von „Moving the Cities 2026“, geleitet vom Konsortium UAS7 in Partnerschaft mit der Unisinos und der Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul (PUCRS). Die internationale Entrepreneurship-Woche bringt Studierende aus verschiedenen Ländern in interdisziplinären Teams zusammen, um auf Basis der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) innovative Lösungen mit Fokus auf nachhaltige Stadtentwicklung und Gesundheit zu erarbeiten. Die Ergebnisse werden in einem öffentlichen Pitch vor Vertretenden aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft präsentiert.