DWIH São Paulo verlängert Bewerbungsfrist für innovative Start-up-Lösungen im Bereich Global Health

Das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) São Paulo startet seinen Wettbewerb 2025 im Rahmen des Programms Startups Connected: Akademisch oder wissenschaftlich basierte Start-ups aus Deutschland sind aufgerufen, innovative Lösungen zum Thema „Globale Gesundheit“ einzureichen. Die Einreichungsfrist wurde bis zum 31. Juli verlängert. Das Sieger-Startup erhält die Möglichkeit, im Rahmen einer einwöchigen Roadshow nach Brasilien zu reisen.

Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Start-ups mit Sitz in Deutschland. Das Gewinner-Start-up wird für ein Jahr assoziiertes Mitglied der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer in São Paulo (AHK São Paulo), die das Programm Startups Connected organisiert. Dies umfasst unter anderem die Teilnahme an exklusiven Veranstaltungen, gezielte Vernetzungsangebote sowie Unterstützung bei der Identifikation potenzieller brasilianischer Partner und beim Aufbau erster Kontakte im Land. 

Der Höhepunkt des Preises ist ein einwöchiger Roadshow-Aufenthalt in Brasilien, inklusive Flug und Unterkunft, bei dem das Start-up in direkten Austausch mit Unternehmen und möglichen Kooperationspartnern treten kann. Die Reise ist für Oktober/November 2025 geplant und wird vom DWIH São Paulo finanziert und organisiert. 

Das Thema „Globale Gesundheit“ umfasst ein breites Spektrum an Lösungsansätzen: von der Krankheitsprävention über digitale Gesundheitstools und den Zugang zu Impfstoffen bis hin zu Frauengesundheit und nachhaltigen Gesundheitssystemen. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein klarer Innovationscharakter sowie Interesse an Kooperationen mit Brasilien. 

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Anmeldung finden sich auf der offiziellen Website von Startups Connected 2025. 

Auswahlverfahren 

Die Liste der vorausgewählten Finalisten wird bis zum 31. Juli bekannt gegeben. Am 26. August ist der Pitch Day geplant, bei dem die Finalistinnen ihre Ideen in einem Online-Format vor einer Jury präsentieren. Noch am selben Tag wird die Gewinnerin gekürt. 

Die Kandidaten werden von einer Jury bewertet, die sich sowohl aus deutschen als auch brasilianischen Akademikerinnen und Akademikern sowie Unternehmenden zusammensetzt. Zu den analysierten Kriterien gehören der innovative Charakter der Lösung und ihre Auswirkungen (Umfang und Intensität), das Potenzial für den brasilianischen Markt, die Vorkenntnisse über den brasilianischen Markt und das Profil der Führungskräfte des Startups. Besonders berücksichtigt werden Start-ups, bei denen Forschende als Entrepreneure tätig sind und sich noch in der akademischen Laufbahn befinden oder kürzlich ihren Abschluss an wissenschaftlichen Einrichtungen gemacht haben.  

Der Gewinner wird im Rahmen des 13. Deutsch-Brasilianischen Kongresses für Innovation und Nachhaltigkeit, der im Oktober/November in São Paulo stattfindet, der brasilianischen Öffentlichkeit vorgestellt.  

Der Wettbewerb des DWIH São Paulo ist Teil des Jahresthemas “Globale Gesundheit” der sechs Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser weltweit und wird in Kooperation mit der AHK São Paulo durchgeführt. 

Gewinner früherer Ausgaben     

Im vergangenen Jahr ging der Gewinn an das Start-up paged.ai, das sich mit seinem Projekt zum Thema „Artificial Intelligence: Spotlight on People and Society“ gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte. Das Projekt des Neurowissenschaftlers Denis Tuzsus und der Kognitionswissenschaftlerin Dana Pietralla ist ein System, das es Nutzenden ermöglicht, das Suchtpotenzial von Inhalten in sozialen Netzwerken zu erkennen. Mithilfe künstlicher Intelligenz bewertet das System, wie suchterzeugend ein Video sein kann. 

Im Jahr 2023 gewann das Startup Colipi den Wettbewerb zumThema “Resilient Society”, bei dem innovative Lösungen gesucht wurden, die zur Resilienz der brasilianischen Gesellschaft beitragen. Die von Colipi – einer Ausgründung der Technischen Universität Hamburg (TU Hamburg) – vorgestellte Lösung besteht darin, Biomasse und andere wertvolle Komponenten aus einem Gasfermentationsprozess zu gewinnen, der die Fähigkeit von wasserstoffoxidierenden Bakterien (so genannten Knallgas-Bakterien) nutzt, um Kohlendioxid zu binden. Das so gebundene Kohlendioxid wird so zu einer einzigartigen Quelle von Kohlenstoff (und sauberer Energie), die für die Erzeugung von beispielsweise grünem Wasserstoff verwendet werden kann.  

Ein Jahr zuvor nahm RITTEC an der Challenge“Innovation for Sustainability”teil und gewann mit einem Projekt, das sich auf Recycling von PET aus undurchsichtigen Polyester- oder mehrlagigen Textilprodukten konzentrierte, die bisher nicht recycelt werden können.     

Im Jahr 2021 war die Auszeichnung auch für brasilianische Startups offen. Das GesundheitsunternehmenHilab gewann die Challenge “A Healthier Life – Solutions for People, Society and the Environment”. Das Startup hat ein Gerät entwickelt, das mit dem Internet verbunden ist und Blut- oder Nasensekretproben analysieren kann, die von medizinischen Fachkräften entnommen werden.     

Ein Jahr zuvor lautete der Titel des PSC-Wettbewerbs des DWIH São Paulo “Nachhaltiges Brasilien”. In diesem Jahrgewann das deutsche Startup PipePredict, eine Ausgründung der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt). Das Unternehmen hat eine digitale Technologie für die vorbeugende Wartung auf virtuellem Weg entwickelt, einschließlich der Verwendungdigitaler Zwillinge, um Lecks in Rohren in Echtzeit zu überwachen und zu lokalisieren, unabhängig davon, ob es sich um Wasser, Abwasser, Gas, Öl oder einen anderen Stoff handelt.     

In der Kategorie “Deutschland” wurde 2019 das deutsche Startupre:edu, ein Spin-off des Instituts für Geoinformatik der Universität Münster, ausgewählt. Das im März 2018 gegründete re:edu zeichnet sich in der Kategorie durch die Entwicklung von Konzepten, Produkten (Software und Hardware) und Workshops aus, die sich mit Themen wie digitaler Bildung, Citizen Science, Open Source/Open Data und Umweltmonitoring befassen.  

Text: Rafael Targino