Max-Planck-Präsident: Brasilien ist qualifiziert für erstes Forschungszentrum in Lateinamerika
© Daniel Antônio/Agência FAPESP
Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zieht in Betracht, Forschungszentren in Lateinamerika zu errichten, und Brasilien ist qualifiziert, das erste davon zu beherbergen. Diese Aussage traf der Präsident der Gesellschaft, Patrick Cramer, Anfang Oktober bei einem Besuch der Forschungsförderstiftung des Bundesstaates São Paulo (FAPESP) und der Universität von São Paulo (USP). Die Reise war Teil einer Südamerika-Tour der Delegation. Die MPG unterhält bereits 28 Zentren weltweit.
„Bislang waren wir in Brasilien sehr erfolgreich. Um nur eine Zahl zu nennen: In den letzten fünf Jahren sind 3.213 wissenschaftliche Publikationen aus der Zusammenarbeit zwischen brasilianischen und Max-Planck-Forschenden hervorgegangen“, sagte Cramer. „Wir wollen diese Partnerschaft mit dem Land und insbesondere mit São Paulo stärken. São Paulo ist ein sehr starker Partner, mit dem wir viele Werte teilen, wie wissenschaftliche Exzellenz, akademische Freiheit und die Autonomie der Institutionen.“
„Es gibt bereits laufende Gespräche zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und der USP über einige Themen. Wir haben festgestellt, dass insbesondere das Institut für Geoanthropologie thematische Anknüpfungspunkte mit der hier in Brasilien entwickelten Forschung hat“, sagte der Direktor des technisch-administrativen Rates der FAPESP, Carlos Graeff.
Zur deutschen Delegation gehörten auch die Generalsekretärin der Max-Planck-Gesellschaft, Simone Schwanitz, sowie die Direktoren Thomas Duve (MPI für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie) und Susan Trumbore (MPI für Biogeochemie). Begleitet wurden sie von Sebastian Hoepfner (Assistent des Präsidenten), Victor Levy Caetano (Repräsentant des MPI für Geoanthropologie), Tobias Renghart (MPG-Repräsentant für Lateinamerika) und Carolina Abadie. Die Gruppe besuchte auch Brasília und das Amazonas-Observatorium ATTO (Amazon Tall Tower Observatory) im Bundesstaat Amazonas.
In Argentinien besuchte die Delegation unter anderem die Universität von Buenos Aires. Während seines Aufenthalts dort gab Cramer der Zeitung La Nación ein Interview, in dem er erklärte, dass die Wissenschaftsgemeinschaft politische Veränderungen weltweit mit „großer Sorge“ beobachte, während gleichzeitig Herausforderungen wie die Auswirkungen des Klimawandels den Planeten belasteten.
(*) Mit Informationen von Fapesp