Deutsche Startups können am Wettbewerb des DWIH São Paulo teilnehmen, der Lösungen mit künstlicher Intelligenz auszeichnet

© DWIH São Paulo

Die diesjährige Challenge des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) São Paulo im Rahmen des Programms Startups Connected (PSC) 2024, das deutsche wissenschaftsbasierte Startups auszeichnet, lautet “Artificial Intelligence: Spotlight on People and Society”, mit dem Fokus auf künstliche Intelligenz: Wie kann sie genutzt werden, um zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und zur sozialen und ökologischen Entwicklung beizutragen? 

Innovative deutsche Startups, die aus einem akademischen oder wissenschaftlichen Umfeld hervorgegangen sind, eine Lösung für die Herausforderungen der Gesellschaft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz präsentieren – immer basierend auf den von den Vereinten Nationen propagierten Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) – und in Brasilien tätig werden oder eine Forschungs- und Entwicklungskooperation aufbauen wollen, können an dem Wettbewerb teilnehmen, für den man sich bis zum 25. Juli bewerben kann.  

Das siegreiche Startup wird für ein Jahr Mitglied der Deutsch-Brasilianischen Handelskammer von São Paulo (AHK Brasil), die für Startups Connected zuständig ist, was die Teilnahme an exklusiven Veranstaltungen, Networking-Möglichkeiten und mehr beinhaltet. Darüber hinaus wird das Startup bei der Suche nach potenziellen Partnern und der Vermittlung von Kontakten im Land unterstützt. 

Zudem kommt der Gewinner in den Genuss einer einwöchigen Roadshow in Brasilien (Flug und Unterkunft inbegriffen), um Unternehmen und potenzielle Partner zu treffen, die von der Organisation und dem Startup selbst ausgewählt werden. Die Reise ist zunächst für Oktober geplant. 

Lesen Sie mehr über die Challenge und melden Sie sich auf der offiziellen Seite von Startups Connected 2024 an. 

Auswahlverfahren 

Die Liste der vorausgewählten Startups wird bis zum 5. August bekannt gegeben. Die ausgewählten Unternehmen werden sich am 13. August in einem Online-Pitch vor einer Jury präsentieren.   

Die Kandidaten werden von einer aus brasilianischen und deutschen Akademikerinnen und Akademikern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern bestehenden Jury bewertet. Zu den Kriterien, die analysiert werden, gehören der innovative Charakter der Lösung und ihre Auswirkungen (Umfang und Intensität), das Potenzial für den brasilianischen Markt, die Vorkenntnisse über den brasilianischen Markt und das Profil der Führungskräfte des Startups: Vorrangig werden diejenigen berücksichtigt, bei denen Forschende als Entrepreneure tätig sind, die sich noch in der akademischen Laufbahn befinden oder die kürzlich ihren Abschluss an wissenschaftlichen Einrichtungen gemacht haben. 

Der Gewinner wird im Rahmen des 12. Deutsch-Brasilianischen Kongresses für Innovation und Nachhaltigkeit, der im Oktober in São Paulo stattfinden wird, der brasilianischen Öffentlichkeit vorgestellt. 

Gewinner früherer Ausgaben   

Letztes Jahr gewann das Startup Colipi den Wettbewerb zum Thema “Resilient Society”, bei dem innovative Lösungen gesucht wurden, die zur Resilienz der brasilianischen Gesellschaft beitragen. Die von Colipi – einer Ausgründung der Technischen Universität Hamburg (TU Hamburg) – vorgestellte Lösung besteht darin, Biomasse und andere wertvolle Komponenten aus einem Gasfermentationsprozess zu gewinnen, der die Fähigkeit von wasserstoffoxidierenden Bakterien (so genannten Knallgas-Bakterien) nutzt, um Kohlendioxid zu binden. Das gebundene Kohlendioxid wird so zu einer einzigartigen Quelle von Kohlenstoff (und sauberer Energie) für die Erzeugung von z. B. grünem Wasserstoff. 

Im Jahr 2022 nahm RITTEC an der Challenge “Innovation for Sustainability” teil und gewann mit einem Projekt zum Recycling von PET aus undurchsichtigen Polyester- oder mehrlagigen Textilprodukten, die bisher nicht recycelt werden können.   

Ein Jahr davor war die Auszeichnung auch für brasilianische Startups offen. Das Gesundheitsunternehmen Hilab gewann die Challenge “A Healthier Life – Solutions for People, Society and the Environment”. Das Startup hat ein Gerät entwickelt, das mit dem Internet verbunden ist und Blut- oder Nasensekretproben analysieren kann, die von medizinischen Fachkräften entnommen werden.   

Im Jahr 2020 lautete der Titel des PSC-Wettbewerbs des DWIH São Paulo “Nachhaltiges Brasilien”. In diesem Jahr gewann das deutsche Startup PipePredict, eine Ausgründung der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt). Das Unternehmen hat eine digitale Technologie für die vorbeugende Wartung auf virtuellem Weg entwickelt, einschließlich der Verwendung digitaler Zwillinge, um Lecks in Rohren in Echtzeit zu überwachen und zu lokalisieren, unabhängig davon, ob es sich um Wasser, Abwasser, Gas, Öl oder einen anderen Stoff handelt.   

In der Kategorie “Deutschland” wurde 2019 das deutsche Startup re:edu, ein Spin-off des Instituts für Geoinformatik der Universität Münster, ausgewählt. Das im März 2018 gegründete re:edu zeichnet sich in der Kategorie durch die Entwicklung von Konzepten, Produkten (Software und Hardware) und Workshops zu Themen wie digitale Bildung, Citizen Science, Open Source/Open Data und Umweltmonitoring aus.