Für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft

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Michael Rosenauer, Landesdirektor des GIZ-Büros in Brasilien, spricht im Interview mit dem DWIH São Paulo über die bilaterale deutsch-brasilianische Zusammenarbeit und die wichtigsten Projekte der von ihm geleiteten Einrichtung. 

Die Gegenwart verändern und eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft konstruieren. Dies ist eines der Hauptziele der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), einem neuen Unterstützer des DWIH São Paulo.

„Die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit mit ihren Partnern erstreckt sich vom Norden bis in den Süden des Landes [Brasilien], sei es auf dem Land oder in den Großstädten, bei der Unterstützung von Kleinproduzenten oder bei der Ausbildung junger Menschen für die Berufe der Zukunft”, betont der Landesdirektor der Institution, Michael Rosenauer.

Rosenauer spricht über die seit mehr als 60 Jahre andauernde bilaterale Zusammenarbeit beider Länder und hebt die wesentlichen Themen und Projekte, an denen die GIZ in Brasilien beteiligt ist, hervor. Hier das Interview:

Seit wann ist die GIZ in Brasilien tätig und worin liegt der strategische Vorteil, Unterstützer des DWIH São Paulo zu sein?

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist seit 1962 in Brasilien tätig. Seit 2011 sind die Vorgängerorganisationen in der GIZ zusammengefasst.  In diesem Jahr können wir also auf 60 Jahre Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zurückblicken. Die in diesen Jahren gesammelte technische Erfahrung in Fragen der nachhaltigen Entwicklung verleiht uns das notwendige Fachwissen für forschungsorientierte Aktionen und innovative Methoden, die zu einer Stärkung der öffentlichen Regierungspolitik beitragen.

Wir sind sicher, dass wir durch die Partnerschaft mit dem DWIH São Paulo die Synergie zwischen den Themen der vom DWIH unterstützten Projekte und den von den Projekten der GIZ Brasilien geförderten Veranstaltungen vertiefen werden. Eine gesunde Partnerschaft, in der beide Seiten gewinnen.

Was sind die wichtigsten von der GIZ in Brasilien entwickelten Themen und Projekte?

Wir arbeiten mit einem sehr breiten und vielfältigen Portfolio an Themen rund um den Klimawandel und nachhaltige Entwicklung.

Dabei engagieren wir uns im Auftrag der Bundesregierung für nachhaltige Entwicklungsinitiativen in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz; Wälder; Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft; städtische Entwicklung; Berufsausbildung; traditionelle Völker; Bodenordnung; Auswirkungen des Klimawandels sowie für andere Themen im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (ZNE) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

Wie kann die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Innovation neue Impulse für eine Wirtschaftspartnerschaft zwischen beiden Ländern schaffen?

Die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit mit ihren Partnern erstreckt sich vom Norden bis in den Süden des Landes [Brasilien], sei es auf dem Land oder in den Großstädten, bei der Unterstützung von Kleinproduzenten oder bei der Ausbildung junger Menschen für die Berufe der Zukunft, beim Schutz traditioneller Gemeinschaften oder bei der Entwicklung von Spitzentechnologie. Das Ziel ist immer dasselbe: die Gegenwart zu verändern und eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu konstruieren.

Unsere Auftraggeber unterstützen über die GIZ Seminare, Veranstaltungen und Weiterbildungsaktivitäten, immer mit technisch-akademischem Schwerpunkt, sofern sie im Einklang mit unseren Projekten stehen. Wir finanzieren keine Projekte. Wissenschaft und Innovation gehen für uns Hand in Hand, und es ist unsere Verpflichtung, diese beiden Fronten zu stärken, damit wir unsere Ziele erreichen können.

Wer sind die strategischen Partner der GIZ in Brasilien?

Die GIZ ist eine Durchführungsorganisation der Bundesregierung und arbeitet in Brasilien mit mehreren Ministerien zusammen, unterhält dabei aber auch Partnerschaften mit Ländern und Kommunen.

Als deutsches Unternehmen des öffentlichen Rechts erhalten wir Aufträge zur Durchführung von Projekten in Brasilien von deutschen Ministerien wie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), aber auch von der Europäischen Kommission und von anderen Institutionen. Wir bieten technische Unterstützung für Initiativen auf verschiedenen Regierungsebenen sowie für private, akademische und zivilgesellschaftliche Einrichtungen, die an Themen arbeiten, die mit unseren im Einklang stehen.

Die GIZ hat 2021 ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Was waren in diesem Jahrzehnt ihrer Tätigkeit die größten Herausforderungen und die weltweit wichtigsten Ergebnisse? 

Wie gesagt, unsere Vorgängerinstitutionen waren bereits seit den 1960er Jahren in Brasilien tätig. Sie wurden 2011 in die heutige GIZ Brasil eingegliedert.

Sowohl in Brasilien als auch in anderen Teilen der Welt konzentriert sich die GIZ auf die technische Unterstützung von Institutionen, damit sie in Bereichen wie erneuerbare Energien durch die Einführung einer saubereren Energiematrix, Kampf gegen Entwaldung, Klimaschutz sowie in der technischen Ausbildung von Menschen vorankommen können; außerdem helfen wir ihnen dabei, wirtschaftlichere, effizientere und effektivere Instrumente einzusetzen und somit eine öffentliche Politik für nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.