Die Antwort des Planeten auf die CO2-Emissionen muss schneller erfolgen

© Felipe Mairowski

Die steigende Anzahl von Hurrikans in den USA, die Zunahme der Hitzewellen in Europa und die häufigen Überschwemmungen in den brasilianischen Metropolen haben dieselbe Ursache: sie sind Folgen des Klimawandels. „Die Städte müssen einerseits lernen, mit diesen extremen Ereignissen umzugehen, und andererseits eine Aktionsagenda erstellen, um sie abzumildern”, betonte Stefan Rahmstorf, deutscher Keynote-Speaker des 9. Deutsch-Brasilianischen Dialogs über Wissenschaft, Forschung und Innovation zum Thema „Cities and Climate – The Multi-level Governance Challenge”.

Der Professor für Physikalische Ozeanographie an der Universität Potsdam verdeutlichte in seinem Vortrag „What climate change will cities face?”, dass Städte gleichzeitig Opfer und Verursacher der weltweiten Klimaprobleme sind. Während 1950 die Bewohner der Städte 1950 nur 30% der Gesamtbevölkerung des Planeten repräsentierten, verdoppelte sich dieser Prozentsatz innerhalb von 65 Jahren beinahe – 2015 betrug ihr Anteil  52% –, was dem Klimaforscher zufolge den Anstieg der globalen Temperatur um 1 Grad Celsius im selben Zeitraum erklärt.

Nach Ansicht des Wissenschaftlers muss die Menschheit dringend handeln, um diese Projektionen der globalen Erwärmung zu stoppen: „Wir dürfen die Aufgabe, dieses Chaos zu beseitigen und einen Weg zu finden, den CO2-Anteil in der Atmosphäre zu verringern, nicht auf die nächsten beiden Generationen abwälzen.”

Hätten die Nationen, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben, bereits einen wirksamen Plan gegen die Kohlendioxidemissionen erstellt, könnten wir, so Rahmstorf,  die im Dokument vereinbarten CO2-Emissionen bis 2050 auf Null senken. Da in den letzten acht Jahren allerdings fast nichts unternommen worden sei, müsse die Reaktion des Planeten auf die globale Erwärmung unmittelbarer ausfallen als erwartet.

„Selbst wenn das Ziel des Pariser Klimaabkommens erreicht und die globale Erwärmung weniger als 2 °C betragen sollte, könnte der Pegel der Ozeane bis 2030 noch um zwei Meter ansteigen”, bekräftigte der deutsche Wissenschaftler.

Der Professor erinnerte daran, dass die Bundesregierung erst kürzlich objektivere Maßnahmen zur Bekämpfung der CO2-Emissionen ergriffen habe. Nach dem neuen deutschen Umweltschutzgesetzmuss das Land die Treibhausgasemissionen bis 2030 drastisch reduzieren, genauer gesagt, auf 35% der 1990 gemessenen Werte.