Brasilianische Wissenschaftlerinnen stärken die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Leuphana und Brasilien
© Leuphana Universität Lüneburg
Die Leuphana Universität Lüneburg baut ihre wissenschaftlichen Beziehungen zu Brasilien kontinuierlich aus. Zwei aktuelle Beispiele dafür sind die brasilianische Juristin Stephanie de Sousa Vieira und die Kunsthistorikerin Nathalia de Castro Lavigne, die derzeit an der Universität zu Themen forschen, die von Nachhaltigkeitsgovernance bis zu den gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Plattformen reichen.

Stephanie de Sousa Vieira ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Joachim-Herz-Promotionskolleg für Rechtswissenschaft und Forschungsassoziierte des Forschungsclusters Go-Chains, einem interdisziplinären Projekt zu globalen Wertschöpfungsketten und Nachhaltigkeit. Die Doktorandin der Universidade Federal do Ceará (UFC) und der Leuphana Universität untersucht in ihrem Promotionsprojekt die Auswirkungen der EU-Richtlinie über die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Bereich Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD) auf den sich entwickelnden ESG-Rechtsrahmen Brasiliens.
Ihre Forschung analysiert, wie regulatorische Anforderungen der Europäischen Union Unternehmen und Institutionen in Brasilien beeinflussen können. Zugleich untersucht sie die Rolle Brasiliens und anderer Länder des Globalen Südens bei der Gestaltung internationaler Nachhaltigkeitsagenden und transnationaler Governance-Prozesse.

Nathalia de Castro Lavigne gehört zum Jahrgang 2025/26 der Fellows des Leuphana Institute for Advanced Studies (LIAS). Die Kunsthistorikerin promovierte an der Universidade de São Paulo (USP) und beschäftigt sich in ihrer aktuellen Forschung mit alternativen Formen von Vernetzung, Zusammenarbeit und Wissensproduktion jenseits großer digitaler Plattformen.
Ihr Projekt „After Networks: A Critical Examination of Horizontality and Speculative Forms of Connection in Contemporary Art and Activism“ untersucht, wie Künstlerinnen, Künstler, Kollektive und soziale Bewegungen auf die Grenzen des Web 2.0 reagieren und gemeinschaftsgetragene, nicht-hierarchische Modelle der Verbindung und Organisation entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen von Überwachung, Machtkonzentration und Datensouveränität im digitalen Zeitalter.
Wissenschaftliche Kooperation mit Brasilien
Die Arbeit der beiden Wissenschaftlerinnen steht beispielhaft für die Internationalisierungsstrategie der Leuphana und ihr Engagement für die Förderung wissenschaftlicher Karrieren in einem globalen Kontext.
Bereits 2025 hat die Leuphana ihre institutionelle Zusammenarbeit mit Brasilien im Bereich Nachhaltigkeit durch ein Memorandum of Understanding im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Symposiums für Nachhaltige Entwicklung konsolidiert. Dadurch wurden die Möglichkeiten für akademischen Austausch und gemeinsame Forschungsprojekte zwischen beiden Ländern weiter ausgebaut.
Die Beispiele von Stephanie de Sousa Vieira und Nathalia de Castro Lavigne zeigen, wie Promotionsprogramme, Fellowships und internationale Forschungsprojekte dazu beitragen, brasilianische und deutsche Forschende in strategisch wichtigen Forschungsfeldern miteinander zu vernetzen und gemeinsam Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln.