Die DFG stellt Fördermöglichkeiten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der UFPR vor

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Die Bundesuniversität Paraná (UFPR) führte am 10. April in Curitiba eine Veranstaltung zur Förderung der Internationalisierung durch mit dem Ziel, den Forscherinnen und Forschern sowie der Leitungsebene der Universität die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen aufzuzeigen.

Die zur Teilnahme eingeladene Direktorin des DFG-Büros Lateinamerika, Dr. Kathrin Winkler, stellte den Anwesenden die Aktivitäten des Regionalbüros mit Sitz in São Paulo ebenso wie die Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit und gemeinsamen Förderung binationaler Forschungsprojekte in Kooperation mit brasilianischen Partnerorganisationen vor. Eine Wissenschaftlerin des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) in Berlin, Repräsentanten der französischen Botschaft und des Konsulats sowie der Universität Birmingham, Großbritannien, sprachen auf der Veranstaltung.

Das Event ist Teil einer Reihe von Aktivitäten, die von der UFPR im Rahmen des Internationalisierungsprogramms für die brasilianischen Hochschulen (PrInt) gefördert werden. Das Programm wurde von der Partnerorganisation CAPES zur Stärkung strategischer Internationalisierungspläne ins Leben gerufen. Neben der UFPR nehmen noch 35 weitere brasilianische Hochschulen daran teil. Die UFPR widmet sich nun der Umsetzung der Strategien innerhalb des 2018 konzipierten Projekts, was die Internationalisierung ihrer Forschungsaktivitäten in strategischen Bereichen sowie den Aufbau internationaler Forschungsnetzwerke beinhaltet.

Einen der von der UFPR in diesem Zusammenhang definierten prioritären Forschungsbereiche bilden die „digitale Humanities“, ein relativ neues Gebiet an der UFPR mit Forschenden aus den Geisteswissenschaften, der Informatik und den Informationswissenschaften. Institutionen, die für die Generierung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Koordination digitaler Archive zuständig sind, handeln hierbei in integrierter Weise: Sie entwickeln und nutzen digitale Umgebungen und Ressourcen, um den Bestand an digitalen Dokumenten und entsprechenden Informationen zu erweitern, zu organisieren und dauerhaft bereitzustellen.

Die UFPR arbeitet in diesem Bereich seit 2015, als mit der Entwicklung eines Projekts über die deutschsprachige Presse in Brasilien begonnen wurde. „Es handelt sich um Hunderttausende von Zeitungen, die nun in einer einzigen gemeinsamen Datenbank erfasst sind. Die technologischen Ressourcen ermöglichen, dass sie heute leichter als Forschungsgrundlage genutzt werden. Wissenschaftler aus der ganzen Welt können gleichzeitig auf das Archiv zugreifen und miteinander kommunizieren; Notizen, die von autorisierten Forschern in den Zeitungen gemacht wurden, werden erfasst und gehen wiederum in die Datenbank ein. Die digitalen Archive können außerdem durch Exemplare ergänzt werden, die in den Archiven anderer Institutionen verfügbar sind“, erklärte Prof. Dr. Paulo Astor Soethe von der Literaturwissenschaftlichen Fakultät der UFPR.

Die Verbesserung und Integration von Datenbanken erleichtert nicht nur den Zugang der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den für ihre Forschungsprojekte notwendigen Quellen und Informationen, sondern durch die neuen technologischen Möglichkeiten eröffnen sich auch neue Fragestellungen. „Die Wiederaufnahme intellektueller Debatten, die in einer Reihe dieser Zeitschriften geführt werden, wird durch die chronologische Anordnung der Publikationen ermöglicht; das Auffinden und Ordnen von Informationen wird so erleichtert, dabei kann es um das Kulturangebot einer bestimmten Stadt oder Region oder um Rohdaten wie Temperaturen, Wettervorhersagen, Produktpreise und Wechselkurse gehen“, führte Soethe weiter aus.

Im Rahmen der SmartMinds-Initiative – einem von Soethe koordinierten Teilprojekt von PrInt – hat die Universität einen Aktionsplan definiert, um in den kommenden Jahren mit Unterstützung ausländischer Partner – darunter das IAI und die Universität Potsdam – eine größere internationale Bedeutung in diesem Bereich zu erlangen.

Eines der laufenden gemeinsamen Forschungsprojekte wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert und widmet sich der Analyse des Archivs von Curt Meyer-Clason, des deutschen Übersetzers von João Guimarães Rosa. Das IAI, die UFPR und die Universität Potsdam wollen nun gemeinsam einen Prototyp für die digitale Präsentation der von Meyer-Clason selbst maschinengeschriebenen Texte mit seinen deutschen Übersetzungen von Rosas Werken entwickeln.

Ein unmittelbares Interesse des Staates Paraná und der brasilianischen Hochschullandschaft liege darin, digitale Netzwerke für die wissenschaftliche Zusammenarbeit und das Wissensmanagement weiterzuentwickeln, so Soethe weiter. „Ich denke, dass durch den Beitrag von Dr. Kathrin Winkler im Rahmen unserer Veranstaltung, das Potenzial für die Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen und Kollegen sehr präsent und für alle Anwesenden klar wurde“, schloss er.

Die Araucária Stiftung
Am Rande der Veranstaltung in der UFPR fand auch ein Treffen statt zwischen Kathrin Winkler und Ramiro Wahrhaftig, Präsident der Araucária Stiftung (Fundação Araucária, FA) – Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung des Bundesstaates Paraná. Die FA, eine der 26 staatlichen Förderorganisationen Brasiliens, zeigte großes Interesse daran, in Zusammenarbeit mit der DFG die Förderung von gemeinsamen Forschungsprojekten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Paraná und Deutschland zu ermöglichen.

Quelle: DFG-Büro Latein